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Muay Boran und Gewaltprävention

Muay Boran fördert die Fähigkeiten des potentiellen Opfer, auf einen Angriff zu reagieren, minimiert aber gleichzeitig beim potenziellen Täter die Bereitschaft, aktiv Gewalt auszuüben.

Für das Opfer bietet Muay Boran 

  • effektive Techniken der Selbstverteidigung
  • einen facettenreichen Fitness-Sport, der das Selbstbewusstsein und Körperbewusstsein stärkt.

Die Besonderheit in Hinblick auf den Missbrauch von Kampfkunst ist aber, dass beim Muay Boran.

  • keine Aggressionen eingeübt werden
  • kooperatives Handeln trainiert wird

Diese Eigenschaften machen Muay Boran zu einer der sinnfälligsten Präventionsoptionen dafür, dass es erst gar nicht zur Ausbildung von gewalttätigen Verhaltensmustern (bei Jugendlichen) kommt. 

Fitness

Zunächst ist unbestreitbar, dass alle Kampfkünste und Kampfsportarten schweißtreibend sind, also sich im Sinne der körperlichen Fitness auf alle Fälle bezahlt machen. Es ist klar dass allein schon das „Auspowern“ seinen Teil zur Gewaltprävention beiträgt (sowohl von der Opfer als auch Täter Seite). Für die potenziellen Täter gilt: Stress wird durch körperliche Anstrengung abgebaut, damit schwindet die Kampfbereitschaft und der Drang sich zu entspannen nimmt zu. Nebenbei wird das Immunsystem gestärkt, was uns gegenüber unseren natürlichen Feinden, den Bakterien und Viren Vorteile bringt. 

Generell wächst das körperliche Wohlbefinden und das Selbstwertgefühl, was wiederum zufriedener macht und damit Stress aus der Gemeinschaft nimmt. Denn kränkelnde Menschen neigen zur Unzufriedenheit, erhöhen damit den Stress in einer Gemeinschaft und schüren damit auch die Gewaltbereitschaft. Und von jugendlichen Straftätern weiß man, dass sie meistens ein stark gestörtes Selbstwertgefühl besitzen.

Dauerstress vermindert die Gedächtnisleistung und führt damit zu schlechteren Leistungen in der Schule, was zu Frust führt und die Gewaltbereitschaft erhöht.

Fitness ist auf der Seite der potentiellen Opfer ebenfalls eine der besten Präventionen gegen Gewalt. Denn wer durch seine Körpersprache ausdrücken kann, er sei stark und fit, wird oft in Ruhe gelassen. Selbstverteidigung fängt eben schon viel früher an als bei einer gewalttätigen Auseinandersetzung.

Turnierkämpfe

In vielen Kampfsportarten werden Turnierkämpfe veranstaltet. Diese Ritualisierung der Gewalt ist ebenso eine wichtige Art der Gewaltprävention (auf Seiten potenziellen Täter). Generell kann man bis auf wenige Ausnahmen davon ausgehen, dass sehr engagierte Kampfsportler Ihre Kunst nicht missbrauchen, was meistens mit folgenden drei Punkten zu tun hat: 

  • Sie haben mehr als genug Möglichkeiten, ihren Kampf/Flucht-Stress abzuarbeiten.
  • Rangkämpfe werden über den Turnierkampf erledigt
  • körperliches Wohlbefinden und Selbstwertgefühl wachsen.

Partnerübungen

Im Muay Boran muss man sich während des Trainings mit einem Partner auseinandersetzen. Dies fördert (auf Seiten der potenziellen Täter), weil hier das Prinzip „Wie du mir, so ich dir“ unmittelbar zutage tritt, die soziale Kompetenz der Kampfsporttreibenden: Bin ich unfair, wird es auch mein Übungspartner sein! Also bleibe ich in aller Regel fair.

Verhaltensregeln

Bei vielen Kampfkünsten, besonders, wenn sie aus dem fernen Osten stammen, wird ein mehr oder weniger starker moralischer Überbau als Teil der Kampfkunst vermittelt. Muay Boran ist hier ein gutes Beispiel. Jeder Schüler muss im laufe des Training an seinen Verhaltensweisen arbeiten. Beim Muay Boran werden auch moralischen Aspekt und sportliche Fairness unterrichtet (Tiefschläge sind untersagt usw.). Ein weiterer positiver Einfluss auf Seiten des potenziellen Täter, die Muay Boran ausüben, ist also zu lernen, sich an Regeln und Grenzen zu halten.

Selbstverteidigung für Frauen

Die Angst von Frauen, Opfer eines Gewaltverbrechens zu werden, ist weit verbreitet.  Jede Frau kann sich wehren, auch wenn sie nie spezielle Techniken einstudiert hat. Meistens reicht es aus, sich überhaupt irgendwie zu wehren. Will man sich aber effektiv wehren können, muss man sich entweder bewaffnen oder eine richtige Kampf-sport-kunst- schulen betreiben. Dafür reicht es wahrscheinlich nicht, zu wissen, dass man einem Mann am besten zwischen die Beine tritt.

 

 

Zusammenfassung: Muay Boran und Jugendgewalt

Jede sportliche Betätigung baut Stress und damit auch Aggression ab und gleichzeitig das Selbstwertgefühl auf. Beides dient in hohem Maße der Gewaltprävention. 

Auf der Seite der potenziellen Opfer ist die Fähigkeit, sich wehren zu können wichtige Grundlage für das Funktionieren jeder zivilisierten Gemeinschaft. Eine Erhöhung der Wehrhaftigkeit auf dem Schulhof auf Seiten der potenziellen Opfer fördert die Bereitschaft zur Zivilcourage und macht Täter vorsichtiger. 

Die prinzipielle Einsicht, sich wehren zu können, reicht wahrscheinlich schon in vielen Fällen aus, um sich als Mädchen oder Frau gegen männliche Gewalt erfolgreich zu wehren.

Muay Boran ist gerade für Jugendliche eine bewährte Methode, Rangkämpfe in rituelle Bahnen zu lenken und erübrigen die gewaltsame Auseinandersetzung auf dem Schulhof.

Partnerübungen, fördern die soziale Kompetenz. Sportliche aber auch traditionelle Regeln setzen Grenzen, beides sind notwendige Voraussetzungen für adäquates soziales Verhalten. Gerade Problemkindern kann in einer verantwortungsbewussten geführten Muay Boran Schulen geholfen werden, ihre Defizite auf diesen Gebieten aufzuarbeiten.